CCAT - unser seltsames Teleskop
- Reinhold

- 25. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
CCAT ist ein Radioteleskop, und Radioteleskope sind große Metallschüsseln. Jeder glaubt das zu wissen, der schon einmal das 100m-Radioteleskop in Effelsberg besucht hat. (Übrigens ein sehr lohnender Ausflug von Bonn aus!) CCAT allerdings sieht völlig anders aus, eher eine Kiste, die sich in alle Richtungen drehen läßt. Sehr seltsam.

Allerdings befinden sich in dieser Kiste zwei jeweils 6 Meter große Metallspiegel, einer auf dem Boden der Kiste, der andere an einer der Wände. Diese Spiegel sind extrem genau gefertigt, sie weichen von der Idelform nur um wenige tausendstel Millimeter ab. Zusammen bündeln sie die ankommende Radiostrahlung in den oberen Teil eines der seitlichen Aufbauten. Hier werden sich die Empfänger befinden, die die Strahlung registrieren und in Einsen und Nullen umwandeln, aus denen die Wissenschaftler, die die Beobachtungen durchführen, dann wissenschaftliche Erkenntnisse extrahieren.

Aber das jetzt noch Zukunftsmusik, im Moment ist unser Teleskop noch eine große Baustelle. Die Arbeit geht recht langsam voran, was aber nur zum Teil den beschwerlichen Umweltbedingungen geschuldet ist. Vor allem muß sehr präzise gearbeitet werden, es geht bei dieser großen Maschine buchstäblich um Millimeter, damit die Beobachtungen später gelingen können. Und das auch bei heftigem Wind und intensiver Sonneneinstrahlung (mit Radioteleskopen kann man auch tagsüber beobachten), durch die sich die Struktur unterschiedlich stark aufheizt und damit verformt. Das alles ist in der Konstruktion und Materialauswahl berücksichtigt. Eine technische Meisterleistung!

Übrigens wird das Teleskop jetzt schon zum zweiten Mal aufgebaut: Das erste Mal entstand es in Xanten am Niederrhein, wo eine Firma beheimatet ist, die auf Schweißarbeiten mit den speziellen Stählen, die benötigt werden, spezialisiert ist. Dort konnte ich dann auch schon erste Tests mit unserer Software durchführen. Dann wurde es in Segmente zerlegt, und auf dem Wasser nach Chile transportiert, wo die Segmente dann auf Speziallastern auf seinen Standort gebracht wurden. Jetzt müssen eigentlich nur noch die Segmente zusammengeschraubt werden...




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