Rückkehr zum Dach der Welt
- Reinhold

- 12. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Seit zwei Wochen bin ich wieder in San Pedro de Atacama und beim CCAT-Teleskop, und erst jetzt komme ich dazu, etwas im Diario Chileno zu schreiben. Zu viel passiert hier zur Zeit. Der Winter naht (oder ist er schon da?), und das Teleskop muß winterfest gemacht werden. Damit habe ich zwar nicht direkt zu tun, aber die Atmosphäre ist jetzt doch deutlich angespannter, als sie es bei meinem letzten Besuch war.
Mit dem Teleskop ist es inzwischen deutlich voran gegangen. Am sichtbarsten ist, daß die beiden 6 m großen Spiegel montiert worden sind. Sie sind das Herzstück des Teleskops und eine technische Meisterleistung: Sie sind jeweils auf einige tausendstel Millimeter genau gearbeitet und müssen (wie auch das ganze Teleskop) bei unterschiedlicher Orientierung und Temperaturen diese Genauigkeit behalten. Und natürlich bei durchaus starken Winden; davor werden sie durch eine Verkleidung geschützt, die allerdings noch nicht fertig ist. Das soll noch vor Ende Juni geschehen, bevor hier während der Winterpause in Juli und August die Arbeiten ruhen werden.

Das Fehlen der Verkleidung hat für mich den Vorteil, daß es Blicke erlaubt, die es so später nicht mehr geben wird.


In den letzten Tagen hat sich das Wetter nun allerdings deutlich in Richtung Winter entwickelt: Während es unten in San Pedro tagsüber immer noch etwa 20 Grad warm ist, herrscht oben am Teleskop nun eisige Kälte zwischen -5 und -10 Grad. Dazu kommt häufig ein recht starker Wind, so daß sich die Temperaturen wie -20 Grad und kälter anfühlen. Warme Kleidung ist also wichtig: Thermounterwäsche, zwei Paar dicke Wollsocken übereinander, zwei Paar Handschuhe übereinander... das macht es erträglich.
In den letzte Tagen ist nun allerdings zu Kälte und Wind noch Schee gekommen. Es sieht nicht viel aus, aber der Wind treibt ihn zu Schneewehen zusammen, die das Vorankommen mit den Geländewagen wenigstens beschwerlich macht; heute haben wir es deswegen gar nicht bis zum Gipfel geschafft. Hoffen wir, daß es in den nächsten Tagen besser wird!


Unten im APEX Basecamp dagegen bedeuten die Wolken nicht Schnee, sondern wuderbare Morgen- und Abendstimmungen.





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