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Rückkehr zum Dach der Welt

  • Autorenbild: Reinhold
    Reinhold
  • 12. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Mit meinem Bonner Kollegen Christos kurz vor San Pedro
Mit meinem Bonner Kollegen Christos kurz vor San Pedro

Seit zwei Wochen bin ich wieder in San Pedro de Atacama und beim CCAT-Teleskop, und erst jetzt komme ich dazu, etwas im Diario Chileno zu schreiben. Zu viel passiert hier zur Zeit. Der Winter naht (oder ist er schon da?), und das Teleskop muß winterfest gemacht werden. Damit habe ich zwar nicht direkt zu tun, aber die Atmosphäre ist jetzt doch deutlich angespannter, als sie es bei meinem letzten Besuch war.


Mit dem Teleskop ist es inzwischen deutlich voran gegangen. Am sichtbarsten ist, daß die beiden 6 m großen Spiegel montiert worden sind. Sie sind das Herzstück des Teleskops und eine technische Meisterleistung: Sie sind jeweils auf einige tausendstel Millimeter genau gearbeitet und müssen (wie auch das ganze Teleskop) bei unterschiedlicher Orientierung und Temperaturen diese Genauigkeit behalten. Und natürlich bei durchaus starken Winden; davor werden sie durch eine Verkleidung geschützt, die allerdings noch nicht fertig ist. Das soll noch vor Ende Juni geschehen, bevor hier während der Winterpause in Juli und August die Arbeiten ruhen werden.

Das CCAT-Teleskop mit seinen beiden Spiegeln. Vor allem den Sekundärspiegel (senkrecht an der Rückwand) sieht man gut, der Primärspiegel ist schräg auf dem Boden montiert. Die Verkleidung um die Spiegel fehlt noch.
Das CCAT-Teleskop mit seinen beiden Spiegeln. Vor allem den Sekundärspiegel (senkrecht an der Rückwand) sieht man gut, der Primärspiegel ist schräg auf dem Boden montiert. Die Verkleidung um die Spiegel fehlt noch.

Das Fehlen der Verkleidung hat für mich den Vorteil, daß es Blicke erlaubt, die es so später nicht mehr geben wird.


Blick auf das TAO-Teleskop durch das sogenannte Elevation Housing von CCAT. Hier sieht man den Primärspiegel von CCAT etwas besser.
Blick auf das TAO-Teleskop durch das sogenannte Elevation Housing von CCAT. Hier sieht man den Primärspiegel von CCAT etwas besser.
Christos und unser Kölner Kollege Simon inspizieren die Öffnung der oberen Empfängerkabine. Durch diese Öffnung wird später die kosmische Radiostrahlung, die über die beiden Spiegel reflektiert wird, zu den Empfängern gelangen.
Christos und unser Kölner Kollege Simon inspizieren die Öffnung der oberen Empfängerkabine. Durch diese Öffnung wird später die kosmische Radiostrahlung, die über die beiden Spiegel reflektiert wird, zu den Empfängern gelangen.

In den letzten Tagen hat sich das Wetter nun allerdings deutlich in Richtung Winter entwickelt: Während es unten in San Pedro tagsüber immer noch etwa 20 Grad warm ist, herrscht oben am Teleskop nun eisige Kälte zwischen -5 und -10 Grad. Dazu kommt häufig ein recht starker Wind, so daß sich die Temperaturen wie -20 Grad und kälter anfühlen. Warme Kleidung ist also wichtig: Thermounterwäsche, zwei Paar dicke Wollsocken übereinander, zwei Paar Handschuhe übereinander... das macht es erträglich.


In den letzte Tagen ist nun allerdings zu Kälte und Wind noch Schee gekommen. Es sieht nicht viel aus, aber der Wind treibt ihn zu Schneewehen zusammen, die das Vorankommen mit den Geländewagen wenigstens beschwerlich macht; heute haben wir es deswegen gar nicht bis zum Gipfel geschafft. Hoffen wir, daß es in den nächsten Tagen besser wird!


Da haben wir es noch zum Gipfel geschafft...
Da haben wir es noch zum Gipfel geschafft...
...heute ging es nicht mehr weiter.
...heute ging es nicht mehr weiter.

Unten im APEX Basecamp dagegen bedeuten die Wolken nicht Schnee, sondern wuderbare Morgen- und Abendstimmungen.


Morgenstimmung
Morgenstimmung
Abendstimmung
Abendstimmung

 
 
 

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