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Warum genau bin ich denn nun in Chile gewesen?

  • Autorenbild: Reinhold
    Reinhold
  • 27. März
  • 2 Min. Lesezeit
Ein Teil meiner Arbeitsumgebung: IT-Ausrüstung im Teleskop
Ein Teil meiner Arbeitsumgebung: IT-Ausrüstung im Teleskop

Inzwischen bin ich jetzt wieder seit einer reichlichen Woche zu Hause, habe mich von der doch sehr anstrengenden Zeit in Chile wieder ganz gut erholt, und mache mich also daran, mein Versprechen einzulösen, in diesem Blog weiter über meine Arbeit am CCAT-Teleskop zu berichten.


Da habe ich es dann doch leichter: Kollegen bei mechanischen Arbeiten auf dem Hubsteiger.
Da habe ich es dann doch leichter: Kollegen bei mechanischen Arbeiten auf dem Hubsteiger.

Warum war ich eigentlich in Chile? Kann ich meine Arbeit nicht genau so gut von Deutschland aus machen? Natürlich beschäftigt mich unser Teleskop nicht nur, wenn ich vor Ort bin; ich entwickele seit einigen Jahren die Software, um die Unmenge an Daten, die im Teleskop und bei anderen Stellen (z.B. bei den Generatoren, die CCAT und TAO mit Strom versorgen) anfallen, aufzunehmen und für Wissenschaftler und Ingenieure zur Verfügung zu stellen. Das mache ich natürlich zuallererst in normaler Arbeitsumgebung in Bonn. Aber um ein so komplexes IT-System, wie ein modernes Teleskop heute darstellt, wirklich zum Laufen zu bekommen, muß man vor Ort sein.

Genau wie das CCAT-Teleskop zur Zeit noch eine unfertige Baustelle ist, ist auch die IT-Infrastruktur noch im Aufbau. Wichtige Elemente, wie z.B. die Anbindung ans Internet über Glasfaserleitung, ist noch nicht fertig; wir behelfen uns noch mit einer Starlink-Verbindung, die uns aber zu zahlreichen improvisierten Lösungen zwingt. Natürlich wäre es aus unserer Sicht viel einfacher, zu warten, bis die gesamte Infrastruktur zur Verfügung steht. Das würde aber eine nicht unerhebliche Verzögerung bedeuten, die die wissenschaftlichen Kollegen nicht akzeptieren könnten; die stehen in den Startlöchern für die ersten Beobachtungen, und ich möchte nicht derjenige sein, der sie warten läßt!


In der Praxis bedeutet diese Situation für mich ständige Improvisation, möglichst schnelles Reagieren auf unvorhergesehene Ereignisse: Einer unsere zahlreichen Minirechner (wie gesagt: improvisierte Lösungen während der Bauphase) hat schlechte Netzwerkverbindung? Eine WLAN-Antenne besorgen, Software dafür installieren, testen. Resultat: Hat nicht geklappt, also nochmal anders versuchen, bis es klappt. Die Glasfaserleitung zum Internet ist noch nicht angeschlossen, aber der Container, in dem sie angeschlossen werden soll, verzögert ich um Wochen oder Monate? Mit Mitarbeitern einer Spezialfirma für Glasfasern (ich selber hatte vorher keine Ahnung von Glasfaserverbindungen - jetzt habe ich ein bißchen Ahnung) über die Sprachbarriere einen Plan für eine temporäre (improvisierte) Lösung machen. Und so weiter und so fort.


Das soll einmal unsere Verbindung zum Rest der Welt werden: Glasfaserleitungen, noch nicht angeschlossen
Das soll einmal unsere Verbindung zum Rest der Welt werden: Glasfaserleitungen, noch nicht angeschlossen

Aber auch: Meine Software läuft auf den Rechnern im Teleskop, und die Daten, die sie aufnimmt, sind sofort für die Montagearbeiten am Teleskop relevant. Ein schöner kleiner Erfolg.

 
 
 

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